Die gute Nachricht zuerst
In den meisten Fällen gehört dir mehr, als du denkst — du weißt nur nicht, wo es liegt. Diese drei Dinge solltest du zuerst klären:
- Wem gehört die Domain? Steht dein Name im Register, kannst du sie zu jedem Anbieter umziehen, ganz ohne Mitwirkung. Steht dort dein Entwickler, wird es aufwendiger — aber auch dann gibt es Wege, und die kenne ich.
- Wer bezahlt das Hosting? Suche in deinen Kontoauszügen nach wiederkehrenden Abbuchungen. Läuft der Vertrag auf dich, hast du Anspruch auf die Zugänge — ein Anruf beim Anbieter genügt oft.
- Kommst du noch ins WordPress-Menü? Wenn ja, ist schon fast alles gerettet: Von dort lässt sich eine vollständige Kopie ziehen. Wenn nein, geht es über den Hoster.
Was du nicht tun solltest: deinem bisherigen Entwickler drohen oder Rechnungen aus Trotz nicht bezahlen. Das verhärtet die Fronten und verzögert die Herausgabe der Zugänge, auf die du Anspruch hast.
Woraus eine WordPress Installation besteht
Für den Umzug ist wichtig zu wissen, was überhaupt bewegt werden muss. Eine WordPress Installation hat genau zwei Bestandteile — mehr nicht:
- Die Dateien im Webverzeichnis. Darin steckt der
WordPress-Kern, dazu der Ordner
wp-contentmit deinem Theme, allen Plugins und sämtlichen hochgeladenen Bildern und Dokumenten. Und diewp-config.php, in der die Zugangsdaten zur Datenbank stehen. - Die Datenbank. Dort liegen alle Texte, Seiten, Beiträge, Benutzer und Einstellungen. Ohne sie sind die Dateien eine leere Hülle — deshalb ist eine Sicherung, die nur Dateien umfasst, im Ernstfall wertlos.
Beides zusammen ergibt deine Website, unabhängig davon, auf welchem Server sie liegt. Genau darum ist ein WordPress Umzug technisch unspektakulär:
Es gibt kein verstecktes drittes Teil, das jemand zurückhalten könnte.
Wie ein WordPress Umzug abläuft
Ob auf einen neuen Server, zu einem anderen Hoster oder auf eine neue Domain — die Reihenfolge ist immer dieselbe. Manuell dauert das ein paar Stunden; mit einem Migrationsplugin wie Duplicator geht es bei kleinen Seiten schneller, scheitert bei großen aber regelmäßig an den Grenzen des Hosters.
- Alles sichern, bevor irgendetwas angefasst wird. Dateien per FTP oder über den Dateimanager herunterladen, Datenbank über phpMyAdmin exportieren. Dieses Backup wird nicht angerührt — es ist der Rückweg, falls unterwegs etwas schiefgeht.
- Datenbank exportieren. In phpMyAdmin die WordPress-Datenbank auswählen und als SQL-Datei ausgeben. Bei großen Seiten wird die Datei schnell mehrere hundert Megabyte groß — spätestens dann ist der Weg über die Kommandozeile der zuverlässigere.
- Auf dem neuen Server bereitstellen. Dateien
hochladen, eine neue Datenbank anlegen, den Export importieren.
Anschließend die
wp-config.phpauf die neuen Zugangsdaten anpassen: Datenbankname, Benutzer, Passwort und Host. - Adressen ersetzen — der kritische Schritt. In der Datenbank steht die alte Adresse hundertfach. Sie lässt sich nicht einfach per Suchen-und-Ersetzen überschreiben: Viele Einstellungen liegen serialisiert vor, in einem Format, das die Zeichenlänge mitspeichert. Ein einfaches SQL-Replace zerstört diese Werte, und danach fehlen Widgets, Theme-Einstellungen und Plugin-Konfigurationen. Richtig geht es mit einem Werkzeug, das serialisierte Daten versteht.
- Testen, bevor umgeschaltet wird. Die neue Installation läuft zunächst parallel und wird vollständig geprüft: Startseite, Unterseiten, Formulare, Bilder, Login. Erst wenn alles steht, wird per DNS auf den neuen Server gezeigt.
- Umschalten und nachziehen. DNS-Änderungen brauchen einige Stunden. In dieser Zeit sehen manche Besucher noch die alte Seite — deshalb bleibt die alte Installation erreichbar, bis der Wechsel vollständig durch ist. Danach: TLS-Zertifikat prüfen und die neue Adresse in der Search Console hinterlegen.
Wechselt dabei auch die Domain, kommt ein Schritt hinzu: Alle alten Adressen müssen dauerhaft auf die neuen weiterleiten, sonst verlierst du die Platzierungen, die du dir erarbeitet hast. Bleibt die Domain gleich, ist der Umzug für Google praktisch unsichtbar.
Was ich dann mache
- Bestandsaufnahme. Ich finde heraus, wo deine Website tatsächlich liegt, wem Domain und Hosting gehören und was davon in deiner Hand ist. Das Ergebnis bekommst du schriftlich — auch wenn du danach mit jemand anderem weiterarbeitest.
- Zugänge sichern. Was zu holen ist, hole ich; was fehlt, fordere ich beim jeweiligen Anbieter an. Dafür brauche ich eine Vollmacht von dir, sonst gibt niemand etwas heraus.
- Vollständige Kopie anlegen. Dateien und Datenbank, in deinen Händen. Ab diesem Moment kann dir niemand mehr etwas wegnehmen — das ist der Punkt, an dem die meisten aufatmen.
- Umzug auf ein Hosting, das dir gehört. Nach dem Ablauf oben, mit Testlauf vor dem Umschalten. Der Vertrag läuft danach auf deinen Namen, nicht auf meinen.
- Weiterarbeiten. Updates, Änderungen, offene Baustellen — was auch immer liegen geblieben ist.
Ob sich das Weiterarbeiten lohnt, ist eine eigene Frage — und sie sollte beantwortet sein, bevor du das erste größere Geld in eine geerbte Website steckst. Sagt dir jemand, das Bestehende sei nicht mehr zu retten, kann ich den Code prüfen und dir schriftlich sagen, ob das stimmt.
Was das kostet
- Erstes Gespräch — kostenlos
- Schildere mir die Lage. Ich sage dir, wie deine Aussichten stehen und was der übliche Weg ist. Häufig genügt schon ein Hinweis, und du kommst allein weiter.
- Bestandsaufnahme — 190 € netto
- Festpreis. Du bekommst schriftlich: wo alles liegt, wem was gehört, was fehlt und wie der Weg zurück aussieht. Wird verrechnet, wenn du danach mit mir weiterarbeitest — und gehört dir auch dann, wenn du dich anders entscheidest.
- Übernahme und Umzug — Festpreis
- Den nenne ich dir nach der Bestandsaufnahme. Dann ist bekannt, was zu tun ist, und du entscheidest auf einer klaren Grundlage. Ich rechne grundsätzlich nicht nach Stunden ab.
Warum ich
Weil ich diese Lage kenne. Einer meiner Kunden kam vor zwei Jahren mit genau diesem Satz zu mir — sein Entwickler war nicht mehr erreichbar. Seine Website betreue ich seitdem.
Ich bin Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung und baue seit Jahren WordPress-Seiten — für Handwerksbetriebe, Praxen und Kanzleien im Raum Bonn und deutschlandweit.
Ich nehme nur an, was ich auch zuverlässig zu Ende bringe. Ist dein Fall zu groß für mich, sage ich es dir gleich — und nicht erst nach drei Wochen.
Häufige Fragen zum WordPress Umzug
Kann man eine WordPress-Website überhaupt übertragen?
Ja, vollständig. Eine WordPress Installation besteht aus genau zwei Teilen: den Dateien im Webverzeichnis und einer Datenbank. Wer beides hat, kann die Seite auf jedem beliebigen Hosting identisch wieder aufbauen — mit allen Inhalten, Bildern, Plugins und Einstellungen. An WordPress selbst scheitert ein Umzug praktisch nie, sondern nur am fehlenden Zugriff.
Kann mein Entwickler die Herausgabe verweigern?
Bei Dingen, die dir gehören, nicht dauerhaft. Läuft der Domain- oder Hosting-Vertrag auf deinen Namen, bist du gegenüber dem Anbieter der Vertragspartner — nicht dein Dienstleister. Anders liegt es bei Verträgen, die auf ihn laufen: Dann geht es nicht um Herausgabe, sondern um einen Umzug, und der ist auch ohne seine Mitwirkung möglich, solange du Zugriff auf die Inhalte bekommst.
Was, wenn offene Rechnungen im Raum stehen?
Dann sollten die zuerst geklärt werden. Ein Zurückbehaltungsrecht an Arbeitsergebnissen ist rechtlich nicht in jedem Fall haltbar, aber der Streit darüber kostet Wochen — und die hast du meistens nicht. In der Praxis ist der schnellere Weg fast immer, die Sache zu begleichen und parallel den Umzug vorzubereiten.
Geht bei einem WordPress Umzug etwas verloren?
Der Umzug ist ein kopierender Vorgang: Die alte Installation bleibt bestehen, bis die neue nachweislich läuft. Erst danach wird umgeschaltet. Rankings und Verlinkungen bleiben erhalten, solange die Domain dieselbe bleibt und die Adressen der Unterseiten unverändert sind — worauf ich beim Umzug achte.
Kann ich meine WordPress-Seite selbst umziehen?
Bei einer kleinen Seite mit einem Plugin wie Duplicator oder All-in-One WP Migration durchaus. Schwierig wird es bei großen Datenbanken, die am Import-Limit des Hosters scheitern, und beim Ersetzen der alten Adressen: Wer die URLs per SQL überschreibt, zerstört serialisierte Daten und damit oft die halben Einstellungen. Genau da gehen die meisten Umzüge in Eigenregie schief.
Wie lange dauert so eine Übernahme?
Die Bestandsaufnahme ist eine Sache von Tagen. Der technische Umzug selbst ist meist an einem Tag erledigt. Wie lange der Rest dauert, hängt fast ausschließlich davon ab, wie schnell Anbieter auf Vollmachten reagieren.